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Montessori Kindergarten: Eine Alternative für Dein Kind?

Montessori Kindergarten: Eine Alternative für Dein Kind?

Das Wichtigste in Kürze

Was ist bei einem Montessori Kindergarten anders?

Ein Montessori Kindergarten basiert auf dem pädagogischen Konzept von Maria Montessori, einer italienischen Ärztin und Reformpädagogin. Erfahre mehr…

Was gilt als typisch Montessori?

Typisch für die Montessori-Pädagogik sind die sogenannte “vorbereitete Umgebung”. Hier erfährst Du, worum es dabei geht…

Ist Montessori auch das Richtige für mein Kind?

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Montessori-Pädagogik für alle Kinder geeignet ist, die neugierig sind, gerne selbstständig lernen und sich gerne mit anderen Kindern austauschen. 

Du bist auf der Suche nach einem geeigneten Kindergarten für Dein Kind und hast schon von Montessori Kindergärten gehört? Vielleicht fragst Du Dich, was diese Pädagogik ausmacht und ob sie auch für Dein Kind das Richtige ist.

In diesem Beitrag möchten wir Dir einen Überblick über die Montessori-Pädagogik geben und Dir einige Vor- und Nachteile eines Montessori Kindergartens aufzeigen. Außerdem geben wir Dir einige Tipps, wie Du einen guten Montessori Kindergarten erkennen und was Du bei der Anmeldung beachten solltest.

Was Du über die Montessori-Pädagogik wissen solltest

In der Montessori-Erziehung lernen Kinder, neue Ideen zu entwickeln und Probleme zu lösen

Die Montessori-Pädagogik ist eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten reformpädagogischen Richtungen in Deutschland. Sie geht auf das Werk von Maria Montessori (1870-1952) zurück, die als erste Frau in Italien Medizin studierte und sich später als Ärztin und Pädagogin einen Namen machte. Ihre Ideen basierten auf der Beobachtung von Kindern in verschiedenen sozialen Kontexten, insbesondere von benachteiligten und behinderten Kindern. Sie entwickelte ein Konzept, das die natürliche Entwicklung des Kindes respektiert und fördert.

Die vier Grundpfeiler der Montessori-Pädagogik

Grundlage der Montessori-Pädagogik sind vier Säulen, die Maria Montessori in ihrem Hauptwerk “Das schöpferische Kind” (1949) formuliert hat:

  • Das Kind als Baumeister seiner selbst: Jedes Kind hat einen inneren Bauplan, der seine Entwicklung steuert. Es lernt aus eigenem Antrieb und in seinem eigenen Tempo. Es braucht keine Belohnung oder Bestrafung von außen, sondern nur eine anregende Umgebung und eine verständnisvolle Begleitung.
  • Die vorbereitete Umgebung: Ein Raum, der dem Kind alles bietet, was es für seine Entwicklung braucht. Sie ist übersichtlich, ordentlich und ästhetisch gestaltet. Der Raum enthält verschiedene Bereiche für unterschiedliche Lernbereiche wie Sprache, Mathematik, Kultur oder Kunst. Er ist mit speziellen Lernmaterialien ausgestattet, die das Kind zum selbstständigen Arbeiten einladen.
  • Das Material ist der Schlüssel zum Wissen: Alle Materialien sind so gestaltet, dass sie das Kind zum Entdecken, Erforschen und Begreifen anregen. Sie bestehen meist aus Naturmaterialien und sprechen die Sinne des Kindes an. Die Materialien sind selbstkontrollierend, d.h. sie zeigen dem Kind, ob es richtig oder falsch gearbeitet hat. Es ist auch so aufgebaut, dass es vom Einfachen zum Komplexen führt und dem Kind immer wieder neue Herausforderungen bietet.
  • Die Rolle des Erziehers: Der Erzieher ist kein Lehrer im herkömmlichen Sinne, sondern Beobachter, Helfer und Vorbild. Er beobachtet das Kind und seine Bedürfnisse und bietet ihm entsprechende Hilfen an. Er greift nicht ein, solange das Kind selbstständig arbeitet, sondern respektiert seine Konzentration und Freiheit. Er bereitet die Umgebung vor und hält sie in Ordnung. Er zeigt dem Kind den Umgang mit dem Material und das Verhalten in der Gruppe.

Tipp: Es ist empfehlenswert, Dein Kind in die Gestaltung des Montessori-Kinderzimmers einzubeziehen. So kannst Du seine Vorlieben, Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen und ihm ein Gefühl von Mitbestimmung und Zugehörigkeit vermitteln. Außerdem kannst Du so sein kreatives Potenzial fördern und ihm zeigen, dass Du seine Meinung wertschätzt.

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Die Vorteile eines Montessori Kindergartens

In einem Montessori Kindergarten wird vor allem die Zusammenarbeit von Kindern gefördert

Ein Montessori Kindergarten bietet Deinem Kind viele Vorteile für seine Entwicklung. Hier sind einige davon:

  • Jedes Kind lernt nach seinem eigenen Interesse und Tempo. Es kann sich den Themen widmen, die es faszinieren, und sich so lange damit beschäftigen, wie es möchte. Es kann auch zwischen verschiedenen Aktivitäten wechseln, je nach Stimmung und Energie.
  • Das Kind entwickelt ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Es lernt, selbst zu entscheiden, womit es sich beschäftigt und wie es arbeitet. Außerdem lernt es, seine Arbeit zu kontrollieren und zu verbessern. Das Kind wird sich seiner Stärken und Schwächen bewusst und entwickelt Vertrauen in seine Fähigkeiten.
  • Außerdem entwickelt das Kind ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und Einfühlungsvermögen. Es lernt, mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten, sich auszutauschen und zu helfen. Es lernt, die Bedürfnisse und Gefühle anderer zu respektieren und zu verstehen. Zudem entwickelt es einen Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität.
  • Die Kreativität und Phantasie des Kindes werden gefördert. Es lernt, neue Ideen zu entwickeln, Probleme zu lösen und eigene Projekte zu verwirklichen. Es lernt auch, verschiedene Ausdrucksformen wie Sprache, Musik und Kunst zu nutzen.

Wusstest Du, dass…

…die Montessori-Pädagogik auch in anderen Ländern und Kulturen angewendet wird? Zum Beispiel gibt es in Indien, China, Japan, Afrika oder Südamerika Montessori-Einrichtungen, die sich an die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse anpassen. So können Kinder aus verschiedenen Hintergründen von der Montessori-Pädagogik profitieren und eine globale Perspektive entwickeln.

Die Nachteile eines Montessori Kindergartens

Ein Montessori Kindergarten ist nicht für jedes Kind und jede Familie geeignet. Hier sind einige mögliche Nachteile:

  • Dein Kind braucht eine gewisse Reife und Motivation, um von der Montessori-Pädagogik profitieren zu können. Wenn Dein Kind sehr unsicher oder abhängig ist oder Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren oder Entscheidungen zu treffen, kann es sich in einem Montessori-Kindergarten überfordert oder verloren fühlen.
  • Wenn es später in eine Regelschule wechselt, muss sich Dein Kind an eine andere Lernkultur gewöhnen. Es wird dort weniger Freiheit und mehr Struktur vorfinden. Es muss sich auch auf andere Unterrichtsmethoden, Prüfungen und Noten einstellen. Das kann eine Herausforderung für Dein Kind sein.
  • Als Elternteil musst Du eine aktive Rolle übernehmen und Dich mit dem Konzept auseinandersetzen. Du musst bereit sein, Dein Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen und ihm auch zu Hause eine anregende Umgebung zu bieten. Zudem solltest Du bereit sein, Dich im Kindergarten zu engagieren und an Elternabenden oder Arbeitsgruppen teilzunehmen.
  • Es kann sein, dass Du als Elternteil mehr bezahlen musst als für einen herkömmlichen Kindergarten. Da die Montessori-Pädagogik einen hohen personellen und materiellen Aufwand erfordert, sind die Gebühren oft höher als bei anderen Einrichtungen. Darüber hinaus können zusätzliche Kosten für Ausflüge oder Zusatzangebote anfallen. Erkundige Dich nach möglichen Zuschüssen oder Ermäßigungen.

Eine lohnende Investition in die Zukunft Deines Kindes

Ein Montessori Kindergarten ist eine spannende Alternative für Dein Kind, wenn Du ihm eine individuelle und ganzheitliche Förderung ermöglichen willst. In einem Montessori Kindergarten kann Dein Kind nach seinem eigenen Interesse und Tempo lernen, selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten, soziale Kompetenz und Empathie entwickeln und seine Kreativität und Phantasie entfalten.

Allerdings solltest Du auch bedenken, dass ein Montessori Kindergarten bestimmte Anforderungen an Dein Kind und an Dich als Elternteil stellt. Du solltest Dich daher gut informieren, ob der gewählte Kindergarten auch wirklich nach den Prinzipien von Maria Montessori arbeitet, und ob Du bereit bist, Dich aktiv in den Kindergarten einzubringen und die Kosten zu tragen.

Quellen: